Smombies taugen nicht zur Revolution

Der Schlachthof erinnert an das Logo von Windows 95. Vier bunte Container stapeln sich auf der Plauener Bühne: grün, blau, rot und gelb. Sie liegen da wie Bausteine von Tetris übereinander, lückenlos gefallen bis auf den Grund oder bis es eben nicht mehr tiefer geht. Auch Johanna Dark wird fallen im Laufe dieses Schauspiels, doch ihr Abgang wird kein bisschen spielerisch.

In den oberen Containern sitzen die Fleischfabrikanten vor einer bunt blinkenden Armatur und versuchen an vergilbten Tastaturen, ihre Büchsen und ihr Vieh zu verschachern, so teuer, so schnell, so viel wie nur möglich. Doch Mauler sitzt am längeren Hebel, nebenan in seinem Rotlichtcontainer, wo er sich seines mit Fast-Food-Burgern gefüllten Kühlschranks erfreut, ebenso wie seiner hörigen Maklerin und den lukrativen Fleischbörsen-Insidertipps. An diesen scheinheiligen Geiern arbeitet sich Johanna von den Schwarzen Strohhüten ab. Die Schwarzen Strohhüte nennen sich selbst die Soldaten Gottes und stramm kommen sie auch hier daher, wobei ihr Strohhut zu einem dunkelblauen Plastikteller mit Nupsi (Kostüme: Thurid Goertz) verkommen ist.

Roland May, Generalintendant des Theater Plauen-Zwickau, setzt um, was sich die Schlachthof-Kommunisten gewünscht hätten, und besorgt bei dieser Produktion nicht nur die Regie, sondern gibt in einem Video auch den einfachen Arbeiter, eine der kleinsten Nebenrolle des Abends. Zehn Darsteller*innen schart er um Brechts Version der Jeanne d’Arc, die Anna Striesow als tugendhaft melancholisches Mädchen gut auszufüllen weiß. In den unteren Containern sitzen die, um die es der gutherzigen Johanna geht: die armen Leute, die nicht nur kein Essen haben, sondern noch dazu…

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Foto © Sermon Fortapelsson